Hack- und Striegeltag 2026 Gut Netzow in Templin

Hack- und Striegeltag 2026: Erfahrungsaustausch und Landtechnik in Aktion

Der Hack- und Striegeltag 2026 hat erneut gezeigt, wie groß das Interesse an praxisnahen Lösungen für eine erfolgreiche mechanische Beikrautregulierung ist. Am 28. Mai kamen auf Gut Netzow in Templin (Uckermark) über 70 Landwirtinnen und Landwirte, Beraterinnen und Berater sowie weitere Fachinteressierte zusammen, um sich über aktuelle Entwicklungen, Erfahrungen und Technik im Bereich Hacken und Striegeln auszutauschen.

Hack- und Striegeltag 2026: Einblicke in die Praxis

Nach der Begrüßung durch Maxie Grüter (IFN Schönow e.V.) und Vanessa Wendt (Landesbauernverband Brandenburg) eröffnete Betriebsleiter Jakob Michel den fachlichen Teil mit einem Einblick in die Praxis auf Gut Netzow. Anhand der Kulturen Erbse, Sonnenblume und Mais zeigte er anschaulich die betrieblichen Strategien und Herausforderungen bei der mechanischen Beikrautregulierung auf. Seine Kernaussage „Beikraut wächst immer – nichts zu machen ist keine Option“ verdeutlichte eindrücklich, wie entscheidend ein konsequentes und an die Standortbedingungen angepasstes Management ist.

Im Anschluss gab Jan Wittenberg, Biolandwirt und Ackerbauberater, einen vertieften Einblick in die Striegeltechnik. Dabei ging es nicht nur um Geräteeinstellungen, sondern vor allem um das richtige Timing und die Intensität der Maßnahmen. Besonders betont wurde die Bedeutung wiederholter Überfahrten und einer konsequenten Strategie: „Einmal striegeln ist immer falsch – entweder im Doppelschlag oder gar nicht.“ Diese praxisnahen Hinweise stießen auf großes Interesse und wurden intensiv diskutiert.

Abgerundet wurde der fachliche Vormittag durch eine Dialogrunde mit Anna Richter (AWO Reha Gut Kemlitz) und Stefan Palme (Gut Wilmersdorf, organiconcept). Hier standen insbesondere betriebliche Entscheidungsprozesse, Wirtschaftlichkeit sowie die Einbindung mechanischer Verfahren in unterschiedliche Anbausysteme im Fokus. Der offene Austausch bot den Teilnehmenden die Möglichkeit, eigene Erfahrungen einzubringen und von den Perspektiven anderer Betriebe zu profitieren.

Hacken und Striegeln auf dem Acker

Am Nachmittag verlagerte sich die Veranstaltung auf die Flächen von Gut Netzow. Dort konnten die Teilnehmenden verschiedene Hack- und Striegelgeräte im praktischen Einsatz in Mais und Sonnenblume erleben. Vorgeführt wurden unter anderem:

  • Amazone VENTERRA 2K
  • Einböck/Milde AEROSTAR-Rotation (6 m)
  • Garford Reihenhacke Robocrop
  • GST Denmark Rollhacke GST Biostar
  • Horsch VF Transformer
  • Horsch Cura 12 ST
  • Kverneland Arcadia (12,2 m)
  • Treffler Zinkenstriegel TS 1520

Die Vorführungen boten eine gute Gelegenheit, die Arbeitsweise, die Einstellungsmöglichkeiten und die Schlagkraft der Maschinen direkt im Feld zu vergleichen. Viele Teilnehmende nutzten zudem die Möglichkeit, gezielte Fragen an die Hersteller und Praktiker zu stellen und sich über konkrete Einsatzbedingungen auszutauschen.

Austausch innerhalb der Branche stärken

Der Hack- und Striegeltag 2026 hat eindrucksvoll demonstriert, wie essenziell der Wissenstransfer zwischen Praxis, Beratung und Forschung für die Weiterentwicklung nachhaltiger Anbausysteme ist. Gerade vor dem Hintergrund zunehmender Anforderungen an den Pflanzenschutz und Ressourcenschonung gewinnen mechanische Verfahren weiter an Bedeutung. „Veranstaltungen wie diese leisten einen wichtigen Beitrag, um praxistaugliche Lösungen sichtbar zu machen und den Austausch innerhalb der Branche zu stärken.“, sagten Mitglieder des Junglandwirte-Netzwerks FARMUP! vom LBV Brandenburg.

Der Hack- und Striegeltag wurde organisiert von der Kreativ- und Arbeitsgemeinschaft Landwirtschaft im Dialog, bestehend aus dem Landesbauernverband Brandenburg e.V. und der Koordinierungsstelle für forschungsbasiertes Versuchswesen am IFN Schönow e. V. – Reproduktion, Tierhaltung, Lebensmittel, Umwelt. Unterstützt wurde die Veranstaltung durch das Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF), den Gastgeber Gut Netzow und das Netzwerk FARMUP! mit der Landwirtschaftliche Rentenbank.

Ein herzlicher Dank gilt allen Mitwirkenden, Referentinnen und Referenten, dem beteiligten Betrieb, Technikpartnern sowie den Unterstützern im Hintergrund. Ebenso danken wir allen Teilnehmenden für das große Interesse, die engagierten Diskussionen und den offenen fachlichen Austausch. Wir freuen uns bereits auf den Hack- und Striegeltag im kommenden Jahr 2027.

von Sandra Marquardt (IFN Schönow) & Vanessa Wendt (LBV Brandenburg)

Bildergalerie: Hack- und Striegeltag 2026